Liebe Unterstützer-innen, liebe Freunde-innen von Heart&Art Ukraine,

Zurück von meiner Oktoberreise nach Polen und in die Ukraine, möchte ich meine Erfahrungen mit euch teilen:

Montag, 19. Oktober:

Frühstück in Budapest mit Bill Hayes, Gründer von „Mission for Ukraine“. Wir fahren zusammen vier Stunden nach Uzhhorod (Ukraine) wo wir uns mit Dr. Yuri Yatsyna, dem leitenden Direktor des „Transcarpathian Regional Hospital“, Miroslav Lavrink, Leiter des Prosthetic Teams und Dr. Olena Kubay, leitende Ärztin der Ophthalmologie treffen. Nach einem Rundgang durch das Krankenhaus ist uns klar, dass das 160 Jahre alte Gebäude sehr renovierungsbedürftig ist und dringend moderne medizinische Geräte benötigt werden. Die laufenden Betriebskosten werden vom Gesundheitsministerium übernommen, für Renovation und Modernisierung fehlt das Geld. Das Krankenhaus nimmt jeden Freitag neue Kriegsverletzte auf, die aus den Konfliktzonen mit dem Zug ankommen.

Wir treffen Karol Kras, einen jungen Polen der in der Ukraine lebt und neben Polnisch und Ukrainisch auch Englisch spricht. Er ist Fahrer, Übersetzer, Vermittler, Netzwerker und seit Bill‘s erstem Besuch in Polen an seiner Seite.

Dienstag, 20. Oktober:

Wir fahren mit Karol nach Mukachevo ins „Transcarpathian Regional Pediatric Hospital“ und treffen den Direktor Dr. Yuri Demyan und sein Team. Gleichzeitig führt Dr. Demyan auch das nahegelegene Militärspital, das wir besuchen durften allerdings mit striktem Fotografie Verbot. Dr. Demyan operiert morgens bis mittags im Kinderspital, danach bis oft nachts im Militärkrankenhaus. Auch hier stammen die Gebäude aus der k. u. k. Zeit und die Geräte aus den 1940er Jahren. Auch diese zwei Spitäler werden vom Gesundheitsministerium finanziert, für Renovation und modernes Equipment fehlt allerdings das Geld.

Wir hatten das Glück Dr. Andrew Bauder vom Penn Center for Global Health, der gerade auf seiner Mission im Haus war, zu treffen.

https://www.directrelief.org/2026/01/medicine-in-its-purest-form-saving-limbs-in-ukraines-hospitals/

Wir konnten mehr über seine Arbeit mit Schwerverwundeten und die Umgehung von Amputationen erfahren. Dr. Bauder schult ukrainische Ärzte vor Ort aber auch am Penn Center.

Bill und ich verabschieden uns von Karol, fahren zurück nach Budapest und fliegen am Abend nach Warschau.

Besuch der „Love does school”, wir treffen ihre Leiter Maciek, Iga und Estera. Mittagessen mit zwei Stipendienempfängern welche es geschafft haben an der WUT in Warschau zu studieren.

Die bestehenden Programme wie Kids-Lunch und Stipendien-Finanzierung werden weiterhin unterstützt. Die Erweiterung der Schule wurde diskutiert, ist aber noch sehr am Anfang der Planung.

Nachmittags empfangen uns Liliia, Leszek und Svitlana im SolNest. Die Aktivitäten und Angebote nehmen weiter zu und werden von Jung und Alt fleissig besucht und geschätzt. Die Mal-, Sprach- und Kochkurse, Singen, Theater, Musik, Yoga etc. sind willkommene Abwechslungen und erleichtern das Lernen.

Svitlana‘s Media-Classes werden nun nicht mehr nur von Teenagern besucht sondern auch von interessierten Erwachsenen. Wie man Fake News und Propaganda von echter Information zu unterscheiden lernt, stösst auf enormes Interesse. SolNest wird pro Monat von ca. 400 Personen besucht und wird, inklusive Svitlana’s Media-Classes, vollumfänglich von Heart&Art Ukraine finanziert.

Zum Nachtessen treffen wir Damian Duda und Justyna Gotowicz von den Freiwilligen Front-Sanitätern. Ihre Erzählungen von der Arbeit in der Kriegszone sind kaum auszuhalten. Wir verabreden uns in ihrem Hauptquartier für Freitag.

Donnerstag, 22. Oktober:

Wir treffen Jana und Aleksander im SolNest für ein Interview mit Bill. Obwohl ich die Entstehungsgeschichte von „Mission for Ukraine“ sehr gut kenne, haben mich Bills Schilderungen einmal mehr berührt und begeistert.

Und die Kinder in der „Magic kitchen” sind schon wieder aktiv!

Nach dem Mittagessen mit Annemarie van Langedonck von Life Polska und jetzige Mitarbeiterin des WSF (Warsaw Security Forum), besuchen wir Lyudmyla Galchun im Ballet-Übungsraum wo 16 junge Ballet-Studentinnen zusätzlich gefördert werden. Drei Ballerinas werden von Stella für internationale Wettbewerbe trainiert. Die Miete des Übungslokales sowie Reisekosten, Anmeldungen und Kostüme der drei Schülerinnen werden von Heart&Art Ukraine finanziert. Auch Lyudmyla’s Werk-Klassen für Familien und Senioren im Polin Museum werden von uns weiterhin unterstützt.

Auch diesen Winter wird Annemarie wieder mit warmer Kleidung, Generatoren, Mothercare Artikeln und Weihnachtsgeschenken nach Kiew fahren.

Freitag, 23. Oktober:

Wir treffen um 9:00 bei den Frontsanitätern Damian, Justyna und Arthur ein. Das Quartier bietet Platz für die Ausbildung von 25 Freiwilligen. Es wird geschult mit Drohnen-Detektoren umzugehen, unterirdische Schutzräume für Verletzte zu bauen, sich in feindlicher Umgebung möglichst sicher zu bewegen, Schwerverwundete zu transportieren und erste Hilfe zu leisten. Die Freiwilligengruppe „Fundacja W MIEDZYCZASIE“ zählt 45 Mitglieder. Einige wurden im Einsatz verwundet aber keiner wurde dabei getötet. Wir beten dass es so bleibt!

„Fundacja W MIEDZYCZASIE“ wird monatlich von Heart&Art Ukraine unterstützt.

Am Nachmittag treffen wir Agnieszka und Aneta von „Happy Kids“ in Warschau. Der Bericht über das geplante Tageszentrum für polnische, ukrainische und behinderte Waisenkinder ist überaus positiv! Die Bewilligung für den Umbau ist erfolgt, eine Architektin ist gefunden und die Behörden stellen das Gebäude für zehn Jahre ohne Miete zu verrechnen zur Verfügung. Wenn weiterhin alles planmässig läuft, könnte das Projekt im nächsten Februar eingeweiht werden. Wir drücken die Daumen! Die Renovationskosten werden von Heart&Art Ukraine übernommen. Die jährlichen Betriebskosten werden von verschiedenen Stiftungen gedeckt. Allerdings erfordert dies noch viel Akquisitionsarbeit… Das Tageszentrum bietet Psycho- und Physio- Therapeutische Angebote, Nachhilfeunterricht, medizinische Unterstützung und Begegnungsräume für 25 Kinder.

Zusammengefasst:

Alle bestehenden Projekte in Warschau laufen zu unserer Zufriedenheit und sind für die nächsten drei Jahre finanziert.

• Die besuchten Institutionen in Uzhhorod und Mukachevo erfordern grosse Investitionen von total ca. 3 Millionen Euro. Anträge und Kostenübersicht liegen vor.

Ich habe versucht, den Bericht so kurz und informativ wie möglich zu gestalten. Für weitere Auskünfte stehe ich gerne jederzeit zur Verfügung. Unsere Webseite kann unter https://heart-art-ukraine.com besucht werden.

Mit herzlichen Grüssen wünsche ich allen gute Gesundheit und Frieden,

Majo Fruithof Humer